Erdgastrasse
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Herzlich willkommen bei der Trassenkultur!

7. Zabakucker Trassentreffen vom 09. - 12. Mai 2018!

Nähere Infos unter Zabakuck 2018.

Beim Bau der Erdgastrasse in der damaligen UdSSR mussten sich auch fast alle anderen damaligen sozialistischen Länder beteiligen, so auch die DDR. Die erste Beteiligung erfolgte 1975 bis 1978 beim Bau der Erdgasleitung von Orenburg in Westsibirien nach Uschgorod in der Ukraine. Diese Trasse wurde auch als “Drushba-Trasse” bezeichnet.

Nachdem die DDR angenommen hatte nun ihren Auftrag 1978 erfüllt zu haben, gab es Anfang der achtziger Jahre eine erneute Anforderung aus der UdSSR. Somit begann man erneut an der Erdgastrasse, die nun von Nowy Urengoi im Nordwesten Sibiriens bis nach Westeuropa führen sollte. Mehrere zehntausende Bauarbeiter und Angestellte waren an diesem Projekt beteiligt. Dabei wurde jedes benötigte Teil aus der DDR bis nach Russland gebracht. Die Wohnlager vor Ort funktionierten völlig eigenständig und das gesamte Personal vom Schweißer über die Versorgung, Kultur bis zum Arzt kamen aus der DDR. Dieser riesige ökonomische Aufwand konnte nicht durch den Erlös beim Bau der Erdgasleitung gedeckt werden, aber die DDR war auf Erdgaslieferungen angewiesen. Um das ökonomische Defizit etwas zu reduzieren, baute man an den Standorten der Verdichterstationen ganze Städte für die zukünftigen Betreiber angefangen von den typischen DDR-Neubaublocks über Wasserwerke bis hin zu Kindergärten und Schulen.

Die Verdichterstationen mussten ca. alle 100 - 150 km gebaut werden um das Gas in den Rohrleitungen wieder zu kühlen, zu reinigen und wieder mit erhöhtem Druck weiter in die Leitungen zu bringen. Eine Verdichterstation hat ungefähr ein Ausmaß eines mittleren Kohlekraftwerkes.

Die Bauabschnitte der DDR der Erdgastrasse unterteilte sich in hauptsächlich in drei große Bauabschnitte:

Ukraine
Perwomaiski
Perm

Jeweils für einen Bauabschnitt gab eis einen Hauptstandort, von dem aus er Bauabschnitt durch die DDR-Behörden gesteuert werden sollte. Im Gebiet Perm war das Berjosowka. Da hier meist viele Angestellte als auch die politische Führung angesiedelt waren, nannte man diese Standorte auch “Lackschuhlager”. Dies resultiert daraus, dass hier meist befestigte Wege zu den verschiedenen Gebäuden führten, während man in anderen Wohnlagern durch den im Frühjahr und Herbst besonders tiefen und zähen Schlamm musste. Man kam also auch mit Lackschuhen durch!

Nach 1990 wurden die Arbeiten durch das nun vereinigte Deutschland weitergeführt. Die endgültige Fertigstellung soll bis 1998 gedauert haben.

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